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Quelle: MÖWe Westfalen

Orangen-Aktion: Süß statt bitter

Westfalen startet fair ins Jahr 2021 mit „Süß statt bitter“

Die Orangenaktion „Süß statt bitter“ in Westfalen geht im Neuen Jahr weiter. Anfang Februar werden wieder ökofaire Orangen von „SOS Rosarno“ aus Süditalien in Ostwestfalen, im Münsterland aber auch am Niederrhein verteilt und verkauft. Ein LKW bringt mehr als 16 Tonnen dieser süßen Frucht in Weltläden, Unverpackt- und Naturkostläden, Kirchen- und Pfarrgemeinden. Mit der Orangen-Aktion „Süß statt bitter“ will die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) gemeinsam mit vielen anderen auf moderne Sklaverei in Süditalien und ganz Europa aufmerksam machen.

Bei der Ernte dieser Orangen erhalten die Wanderarbeiter, meist afrikanische Migranten, einen gerechten Lohn und Kleinbauern in Kalabrien einen angemessenen Preis für ihr Obst. Die Orangen helfen dabei, moderne Sklaverei zu beenden und Menschenrechte zu achten. Aus dem Verkaufserlös der ersten Aktion im Advent waren zudem über 11.000 Euro an Spenden zusammengekommen – unterstützt wird damit ein Flüchtlingsprojekt der Waldenser Kirche: „Mediterranean Hope“. (Über die faire Orangen-Aktion „Süß statt bitter“ wird am Montag, 25. Januar, um 5.45 Uhr ein Beitrag auf allen NRW-Lokalradios gesendet – über das Kirchenmagazin „Augenblick mal“)

In Süditalien hat die Orangenernte gerade in der Winterzeit Hochkonjunktur. Viele Erntehelfer schuften allerdings für einen Hungerlohn – etwa 25 Euro für einen langen Tag knochenharter Arbeit. Sie hausen unter erbärmlichen Bedingungen in Zelten, Containern oder baufälligen Hütten. Weil große Konzerne und Handelsketten den Preis diktieren, müssen viele kleinbäuerliche Betriebe ihre Orangen für einen Preis verkaufen, der kaum die Kosten für das Pflücken abdeckt.

Der Verein „SOS Rosarno“ in Kalabrien setzt diesem menschenunwürdigen System etwas entgegen. Er zahlt Bauern einen fairen Preis und ermöglicht Saisonkräften eine menschenwürdige Arbeit. Er beschäftigt Migranten mit regulären Arbeitsverträgen, zahlt ihnen Tariflöhne sowie Sozialbeiträge. Der Verein vertreibt Orangen nur von Öko-Betrieben und organisiert den Verkauf an Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums. Einen Zwischenhandel gibt es nicht. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

„Mediterranean Hope“ leistet auch in Rosarno humanitäre Hilfe für Geflüchtete und Migranten. Mit Mitteln aus der Orangen-Aktion werden unter dem Motto „Lichter für Rosarno“ Fahrräder der Wanderarbeiter mit Lampen ausgestattet, damit sie sicher zu den Plantagen fahren können. Kürzlich starb ein Wanderarbeiter, weil er auf der dunkler Straße von einem Auto überrollt wurde. Zudem werden Schlafsäcke und warme Jacken für die Wanderarbeiter gekauft, denn die Nächte in den Zelten sind bitterkalt.

Internet: www.sosrosarno.org und www.mediterraneanhope.com