Fair Trade-Bildungslandschaften in Eimsbüttel

Hamburger Masterplans BNE machte es möglich

Fairer Handel und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) gehören eng zusammen. Mit Hilfe der Methoden eines transformativen Lernens wurde das Projektvorhaben “Fair Trade-Bildungslandschaften in Eimsbüttel” von Januar-Juni 2023 umgesetzt. Ziel war es, die Themen des Fairen Handels mit den Inhalten des Globalen Lernens zu verknüpfen und “erlebbar” zu machen. BNE ist hier ein wertvoller Motor aber auch Multipliator, um die Idee und die Kriterien des Fairen Handels sichtbar zu machen. Hier wird angeknüpft an die Entwicklungen im Globalen Lernen und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

Was haben wir gemacht?

Das Projekt verfolgte die Verstetigung der Erfolge aus der Kampagne “Hamburg, mach dich Fair!” am Beispiel Sport. Mit den Fair Trade-Bildungslandschaften sollten ab Januar 2023 Kontakte mit Schulen und Sportvereinen im Bezirk Eimsbüttel im BNE-Kontext aufgebaut und gemeinsam Maßnahmen geplant und durchgeführt werden, um eine größere Sensibilisierung auf die menschenunwürdigen Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Sportbranche zu bewirken. Durch partizipative Workshops in maximal zwei Schulen und durch gezielte Beratung von einem Sportverein im Bezirk sollten die Themen des Fairen Handels vertieft und Herausforderungen sowie Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette der Sportartikelbranche aufgedeckt und diskutiert werden. Durch verschiedene Bildungsmethoden sollten Lösungswege des Fairen Handels aufgezeigt und dieser mit seinen positiven Facetten im täglichen Quartiersleben sichtbarer gemacht werden.

Die Maßnahmen in Eimsbüttel

Schulen

Es erwies sich als schwierig, innerhalb der kurzen Projektzeitspanne und des geringen Vorlaufs interessierte Schulen zum Mitmachen zu gewinnen. Das 2. Schulhalbjahr war zum Jahresanfang 2023 i.d.R. bereits fest geplant und zeitlich strukturiert, sodass die schulischen Abläufe auch bei engagierten Lehrkräften zumeist keine zusätzlichen Projekte zuließen. Erst nach vier Monaten konnten dank der Kontakte und Netzwerkarbeit der Fair Trade-Botschafterin zwei Schulen zur Mitwirkung gewonnen werden.

Sportverein(e)

Die Arbeit mit Sportvereinen im ersten Kampagnenjahr (Juni 2021 – Mai 2022) hat gezeigt, dass Sportvereine generell mit anderen Problemen beschäftigt sind, als sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Es gibt kaum personelle Ressourcen und die Sportvereine haben mit hohen Mitgliedsverlusten zu kämpfen. Daher braucht es ein sensibles und langsames Vorgehen, um Sportvereine ins Boot zu holen.

Was haben die SDGs mit BNE zu tun?

Die SDGs (Sustainable Development Goals) greifen viele der Prinzipien und Forderungen auf, die der Faire Handel schon seit mehr als 50 Jahren lebt. Hierzu gehören z.B., die Bekämpfung der weltweiten Armut, Bildungschancen für alle, Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltige Produktion, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, gerechte Bezahlung und Schutz der Ökosysteme. Lernmethoden und Lehrpläne können explizit Bezug auf die SDGs nehmen. Sie können Teil des Bildungsprozesses werden oder zumindest in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen werden. Die Verknüpfung von BNE und den SDGs kann sogar weit über eine reine Informations- und Überzeugungsarbeit hinausgehen. Kritische Fragen zu den Verflechtungen und Zielkonflikten zwischen und innerhalb einzelner SDGs, die Spannungen und Unklarheiten beinhalten können, können BNE-Aktivitäten anreichern. Dies stärkt wiederum andere Kompetenzen als Themen im Zusammenhang mit den SDGs anzusprechen oder die SDGs als Kommunikationsmittel für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Das heißt, es bestehen sehr viele Zusammenhänge zwischen BNE und den Grundsätzen des Fairen Handels. Der Faire Handel zeigt in der Praxis, was im Zuge einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung möglich ist.

SDG 4 – Hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Bildung befähigt Menschen. Durch Empowerment, durch Selbstbestimmung finden Menschen aus eigener Kraft einen Weg aus der Armut und können hier oder anderswo ein menschenwürdiges Leben führen. Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort und mehr Handlungsmaßnahmen zur Bewältigung der multiplen Krisen weltweit steigern das Gemeinwohl auf beiden Seiten. Der Faire Handel setzt genau da an: Fairhandelsakteur:innen in Globalen Norden suchen den Austausch auf Augenhöhe mit den Partner:innen im Globalen Süden, um die Vorteile von BNE auszuschöpfen. Gleichberechtigter Bildungszugang für alle sollte nicht für uns im Globalen Norden gelten, sondern weltweit. Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht und nicht verhandelbar.

Quelle: BMBFBMZ

Kurz-Video zur Umsetzung von BNE

Umsetzung von BNE in Hamburg

Zur Umsetzung des Hamburger Masterplans BNE 2030 liegt bei der Hamburger Klimaschutzstiftung. Die Fair Trade Stadt Hamburg bzw. die Projektstelle hat sich um die Fördergelder für Maßnahmen beworben, um den Fairen Handel mit BNE im Bezirk Eimsbüttel stärker zu verankern. Zahlreiche Kooperationspartner:innen verstärken BNE in sechs Bildungsbereichen.

Interessensbekundungsverfahren für die Maßnahme aus dem Bildungsbereich Bezirke – Bezirk Eimsbüttel –
Pressemitteilung der Hamburger Klimaschutzstiftung: Hamburger Masterplan BNE 2030 – Ein Strategiepapier wird Wirklichkeit