NeuigkeitenRückblick Faire Woche 2019

Für knapp 100 Besucher*innen bleibt es rätselhaft: Obwohl die Fashion Industrie immer mit Blick in die Zukunft neue Trends setzt, ist ihre Macht- und Ausbeutungsstruktur extrem kurzfristig und gar nicht zukunftsorientiert gedacht oder umgesetzt. Das ist wohl einer der größten Widersprüche, die wir in der Textilindustrie finden. Tansy Hoskins aus London beschreibt das sehr eingängig und fragt: Vielleicht möchte die Fashion Industrie auch gar nicht, dass wir diesen Widerspruch entdecken? Eine der umweltschädlichsten und menschenverachtensten Industrien möchte nicht, dass die ausbeuterischen Zustände in der Mode- und Textilbranche gesehen werden, denn sie wollen weitermachen wie bisher: ausbeuten und Gewinne erzielen auf Kosten der Frauen. Mode und Fashion zeigt uns, wie Kapitalmus funktioniert, denn Mode und Fashion ist das Lieblingskind des Kapitalismus. Vorherrschende Machtstrukturen basieren einzig und allein auf (sexueller) Ausbeutung und Benachteiligung von Frauen. Wir fragen uns, warum ist das so? Tansy empfiehlt daher: Wir müssen unsere Rechte zurückfordern und wahrnehmen. Wir brauchen den systemischen Wandel und dürfen nicht in unserer kleinen, individuellen Blase bleiben. Alle Bestrebungen für mehr Nachhaltigkeit, die wir als Individuum denken und umsetzen, sind wichtig und richtig. Aber dennoch müssen wir uns auf die wichtigste Ebene begeben: Dem systemische Wechsel. Wir müssen einen Wandel herbeiführen, der durch mehr Aktion, mehr politisches Engagement und durch mehr Gemeinschaft zu erreichen ist. In einem Post-Kapitalismus haben die Frauen ihre Rechte unter Kontrolle und nicht anders herum. So wären in der Textilbranche sozialverträgliche Arbeitsbedingungen umsetzbar. Das ist wie beim bedingungslosen Grundeinkommen. Jede/r würde sich das suchen, was er/sie gerne macht. Die Menschen wären nicht fauler, sondern sie werden kreativer, effektiver und liebevoller im Umgang miteinander. Vor allem sollen wir nicht die Freude an der Mode und Fashion verlieren, sondern wir sollten alles tun, um unsere Kreativität zu erhalten, jedoch nur unter Einhaltung der Menschenrechte. Was brauchen wir mehr? Tansy gibt noch eine Filmempfehlung: https://youtu.be/g_tuvBHr6WU (Ohne Gewähr)