15 Jahre Fair Trade Stadt Hamburg – 15 Jahre Engagement für Fairen Handel

 

Seit 2011 setzt sich die Fair Trade Stadt Hamburg (FTS HH) erfolgreich dafür ein, Fairen Handel in Hamburg sichtbar zu machen. Was damals als Projektstelle begann, zeigt sich heute als vielfältiges Engagement, dass in vielen Bereichen unserer Stadt spürbar ist. Wo genau, dass wurde beim jährlichen Treffen der Steuerungsgruppe FTS HH im Rathaus, von der Fachpromotorin für Fairen Handel, Christine Prießner, vorgestellt.

Als Hafen- und Handelsstadt ist Hamburg auf besondere Weise mit der Welt verbunden. Was hier gehandelt, eingekauft und konsumiert wird, hat Auswirkungen auf Menschen und Umwelt rund um den Globus. Deshalb tragen wir auch eine besondere Verantwortung für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und gerechte Lieferketten. Hier setzt die Fachstelle an und sensibilisiert durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit die Hamburger:innen für eben diese Themen, fördert so das Bewusstsein für Probleme des Welthandels und fördert damit den Fairen Handel. Sowohl bei der Hamburger Zivilgesellschaft, als auch bei Unternehmen oder im öffentlichen Sektor.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat Christine Prießner, die sich seit über zehn Jahren als Fachpromotorin für den Fairen Handel engagiert. Mit viel Herzblut, Ausdauer und Fachwissen bringt sie Menschen zusammen, schafft Verbindungen und gibt immer wieder wichtige Impulse. Sie macht sichtbar, dass Fairer Handel nicht nur eine Frage des Einkaufens ist, sondern etwas mit globaler Gerechtigkeit, Menschenwürde und unserer gemeinsamen Verantwortung zu tun hat. So ist in den vergangenen Jahren ein umfassendes Netzwerk entstanden und an vielen Orten in Hamburg wird ausprobiert, gestaltet und Verantwortung übernommen. Nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in den Hamburger Behörden, den Schulen und Unternehmen.

Ein schönes Beispiel wie Fairer Handel gelebt wird, hat das Gymnasium Rotherbaum vorgestellt. Gemäß Leitbild ist es für das Gymnasium nur konsequent, sich näher mit den Themen des Fairen Handels auseinanderzusetzen. Anhand von zahlreichen Maßnahmen wurde deutlich, wie Schüler*innen, Schulleitung, Mensa, Lehrer*innen und Elternschaft gleichermaßen an einem Strang ziehen und erfolgreich die Zertifizierung als Fairtrade-School erreicht haben und auch weiterhin daran festhalten wollen. Das Gymnasium Rotherbaum lädt alle Schulen in Hamburg ein, diesem Beispiel zu folgen. Sie stehen für weitere Fragen jederzeit zur Verfügung.

Ein weiteres Beispiel das die beharrliche Arbeit der Fachpromotorin zeigt ist der seit 1.1.2025 gültige Leitfaden für Nachhaltige Beschaffung der Finanz- und Umweltbehörde. Dort wurden die Kriterien für fair gehandelte Produkte nochmal näher bestimmt und anhand einer Negativliste sind Produkte für den herkömmlichen Einkauf ausgeschlossen, die keine Fair Trade Zertifizierung haben, z.B. Kaffee, Orangensaft oder Rooibostee.

15 Jahre Fair Trade Stadt Hamburg sind deshalb ein schöner Anlass, Danke zu sagen – und gleichzeitig nach vorne zu schauen. Danke an alle, die sich engagieren, kritisch nachfragen, neugierig sind und neue Wege ausprobieren, Veranstaltungen organisieren, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und immer wieder andere zum Mitmachen begeistern. Und trotzdem gibt es noch viel zu tun und vor allem mit Blick auf das abgeschwächte Lieferkettengesetz wird deutlich, dass die große Verantwortung des globalen Nordens noch nicht in allen Köpfen angekommen ist.

Der Titel Fair Trade Stadt ist kein Endpunkt. Er ist eine Einladung, weiterzumachen. Für ein Hamburg, das seine globale Verantwortung ernst nimmt. Für faire Arbeitsbedingungen und Menschenrechte entlang globaler Lieferketten. Und für eine Welt, in der Handel nicht auf Kosten anderer geht.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch und auf die nächsten 15 Jahre!