Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb

Die Wirkung des Fairen Handels ist sowohl bei uns in Norddeutschland als auch im Globalen Süden zu sehen: Laut einer repräsentativen Verbraucher-befragung aus dem Jahr 2016 geben 67% der Verbraucher_innen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen an, Produkte aus Fairem Handel zu kaufen (2013: 50%, 2010: 43%).1 Die steigenden Umsatzzahlen fair gehandelter Waren zeigen, dass die Produkte be- und anerkannter sind als in den Jahren zuvor. Unternehmen, die diesen Trend aufnehmen und faire Produkte in ihr Sortiment integrieren, gewinnen eine größere Anerkennung unter konsumbewussten Verbraucher_innen.

Das Engagement von Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg für den Fairen Handel geht in zahlreichen Fällen über den Verkauf von Produkten hinaus: beispielsweise beteiligen sich Firmen mit Aktionen an der Fairen Woche, bilden ihre Mitarbeiter_innen in Workshops zum Fairen Handel fort oder unterstützen die Fair Trade Stadt Hamburg finanziell.

Projektidee

Das Projekt verfolgt das Ziel, Studierende für einen gerechteren Welthandel zu sensibilisieren. Neue Wege zur besseren Verbreitung fairer Produkte sollen erarbeitet werden, um den Fairen Handel bekannter und attraktiver zu machen.

Beim Hochschulwettbewerb kooperieren Unternehmen aus der Hamburger Metropolregion mit Studierendengruppen aus Hamburger Hochschulen, die im Rahmen eines Seminares im Wintersemestervein Marketing-/Kommunikationskonzept oder ein Konzept für das Strategische Management zur weiteren Integration fairer Produkte für das jeweilige Partnerunternehmen erarbeiten. Die Ergebnisse werden als Wettbewerb der Hochschulteams präsentiert. Der jährliche Wettbewerb wurde bisher zweimal mit dem Einzelhandel und 2017 mit dem Fokus auf Business to Business durchgeführt. Langfristig können sich daraus neben Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen auch für die Hochschulen neue Ideen für Verwaltung, Kantine und Lehre ergeben.

Im Mittelpunkt des Projekts steht das Engagement für den Fairen Handel gemäß Definition der World Fair Trade Organization (WFTO). Es geht um die Schaffung von Verständnis über Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in benachteiligten Ländern und die mit der Herstellung von Konsumgütern verbundenen Realitäten.

Schirmherrschaft

Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank gibt in diesem Jahr turnusgemäß ihre Schirmherrschaft an Senator Frank Horch, Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg ab.

Umfang des Gesamtprojekts

Es werden i.d.R vier bis acht Kooperationsprojekte parallel umgesetzt. Zeitraum September oder Oktober bis Mitte Januar. Der genaue zeitliche Rahmen ist abhängig von den Semesterzeiten der beteiligten Hochschulen und wird individuell mit den Unternehmen abgesprochen.

Rahmenprogramm

Eine gemeinsame Auftakt- und Abschlussveranstaltung bilden den Rahmen des Projekts. In der Auftaktveranstaltung, die an einer Hochschule stattfindet, lernen sich die beteiligten Unternehmen, Wissenschaftler_innen und Studierenden besser kennen. Faire Produkte der jeweiligen Unternehmen können präsentiert werden. Im Rahmen einer Vorstellungsrunde können die Unternehmen sich vorstellen und die Bedeutung fair gehandelter Produkte in ihrem Sortiment, ihr Engagement sowie ihren Projektschwerpunkt präsentieren.

Ende Dezember oder Anfang Januar werden die Studierenden vor einer Jury, bestehend aus Vertreter_innen des Handels, der Fair Trade Stadt, der Wissenschaft und der Praxis ihre Ergebnisse vorstellen. In einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung im Rathaus werden die Ergebnisse vorgestellt und die besten Teams gekürt. Alle Studierenden erhalten für ihre Teilnahme ein faires Dankeschön. Die ersten drei Konzepte werden besonders ausgezeichnet. Die Unternehmen sind eingeladen bei der Veranstaltung ein Feedback an ihr kooperierendes Hochschulteam zu richten.

Kosten

Der Großteil der Kosten liegt erfahrungsgemäß für die Unternehmen in der Umsetzung der erarbeiteten Konzepte. Die Umsetzung ist natürlich optional, allerdings haben die vergangenden Jahre gezeigt, dass die Studierenden in vielen Fällen hochqualitative und umsetzungsorientierte Konzepte erarbeiteten.
Für die Umsetzung des Projekts – insbesondere die Durchführung der rahmengebenden Veranstaltungen, die Gewinne der Studierenden sowie für die Pressearbeit – ist das Kooperationsprojekt auf externe Gelder angewiesen. Daher wird für die Teilnahme von den Unternehmen ein Beitrag von 200,00 Euro erhoben, eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.
Des Weiteren bitten wir in Absprache mit den betreuenden Professor_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, den Studierenden der kooperierenden Hochschule bei der Abschlusspräsentation im Unternehmen ein kleines fair gehandeltes Dankeschön – wenn möglich auch gerne aus dem eigenen Sortiment – zukommen zu lassen.

Motivation für Hochschulen und Studierende

Die Hochschulen können über diesen Wettbewerb wertvolle Kontakte zu Unternehmen knüpfen, zum anderen können sie ihre Identifikation mit (der Metropolregion) Hamburg und dem Konzept des Fairen Handels in der Öffentlichkeit zum Ausdruck bringen. Das Projekt bietet interessierten Studierenden die Möglichkeit, grundlegende Entscheidungen der Kommunikationspolitik bzw. des Strategischem Managements mitzugestalten. Bei
der Ausarbeitung der Konzepte werden theoretische Marketing- und Strategiekenntnisse zur praktischen Anwendung gebracht.

Das Matching von Hochschule und Unternehmen

Die Anbahnung der Kooperationsprojekte wird im Vorfeld durch die IKS Hamburg vorgenommen und ist kostenfrei.